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Pokalfinalist
Saarbrücken überrollt den Favoritenschreck Limburg
Letzte Saison schrieb der VfR 07
Geschichte: Als erster Viertligist erreichte die Elf von Kerstin Schulz
das Achtelfinale. Im Duell der vorjährigen Favoritenschrecke gewann der
FCS klar
Der
Überblick
Ausgangssituation
Erste Halbzeit
Zweite Halbzeit
Trainerstimmen
Statistik und Schiedsrichter
Unsere Berichte im DFB-Pokal erfolgen ab
dieser Spielzeit in Kooperation mit fansoccer, dem bundesweiten
Online-Magazin für Frauenfußball. Hier findet ihr auch weitere
Spielberichte von Nicht-Mittelrheinern:

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Limburg
– 2007/08. Hessenpokalsieger und Oberligist VfR Limburg wird zum
Alptraum der Zweiten Liga: Zunächst erwischt es Erstligaabsteiger FFC
Brauweiler-Pulheim. Als dann in Runde Zwei auch der ASV Hagsfeld das
Stadion an der Jahnstraße als Verlierer verlässt, schreibt der VfR
Geschichte: Als erster Viertligist im deutschen Frauenfußball zog
Limburg ins DFB-Pokal-Achtelfinale ein. Erst der TuS rechtsrheinisch
(jetzt Bayer Leverkusen) beendet das hessische Pokalwunder, tut sich
dabei aber sehr schwer.
2008/09.
Hessenpokalsieger und Oberligist VfR Limburg zieht ein Hammerlos. Zwar
wieder ein Zweitligist, aber was für einer!
Ausgangssituation
Der 1. FC
Saarbrücken zählt für Experten zu den besten Mannschaften, die jemals
aus der 1. Bundesliga absteigen musste und hat einen mannschaftlichen
Zusammenhalt, der so stark ist, dass der FCS keine Abgänge von Bedeutung
verkraften musste. Dazu eine Eliteschule im Rücken, die
U-Nationalspielerinnen und technisch beschlagene Talente wie Nadine
Keßler und Dzsenifer Marozsan scheinbar wie am Fließband hervorzubringen
scheint und somit nicht nur unter Experten als der Topfavorit in der 2.
Bundesliga Süd gehandelt wird. Limburg startete vor einer Woche mit
einem 1:0 Arbeitssieg in Darmstadt, bei dem der VfR nach Angaben des
Trainergespanns 70 Minuten lang auf ein Tor spielte, es versäumte, den
Sack zuzumachen und gegen einen engagierten Aufsteiger am Schluss noch
zittern musste. Eine besonders schwere Hypothek hatte heute Limburgs
Hintermannschaft zu tragen: Anna Strenger fehlt mit Kreuzbandriss, dazu
war Jessica Otto noch aus dem Pokalspiel gegen TuS Köln rrh. rot
gesperrt, so dass die eigentlich offensive 16jährige Rebecca Konhäuser
kurzfristig zur Innenverteidigerin umgemodelt werden musste.
Erste
Halbzeit
Gerade noch
rechtzeitig traf der heute einzige Fanbus des FCS ein. Ein Platten bei
Mainz stellte die Fans auf eine harte Geduldprobe, aber am Ende
schafften sie es genau zum Anpfiff und sorgten fortan für
Heimspielathmosphäre. Das Spiel begann verhalten. Der FCA ließ Ball und
Gegner laufen, aber die Passwege stimmten noch nicht so ganz. Was von
außen so aussah wie ein verhaltener Beginn, war Kalkül auf Seiten der
Gäste: Den Gegner sich müde laufen zu lassen, ohne das etwas anbrennt
und dann noch in der ersten Halbzeit zuzuschlagen, um ein weiteres
Limburger Wunder von vornherein zu verhindern. Tatsächlich investierte
der VfR vor allem läuferisch viel ins Spiel, dieses dominierte aber von
Anfang an der FCS. Nach acht Minuten wurde Selina Wagner über rechts
glänzend mit einem Pass in die Tiefe in Szene gesetzt. Alleine, Selina
platzierte den Ball in die Arme der Torhüterin. In der elften Minute
dann das erste Tor: Selina Wagner verlängerte einen Traumpass von
Dzsenifer Marozsan zu Lisa Schwab, die aber einen Tick zu früh startete
und damit knapp im Abseits stand. Das sah auch das Schiedsrichtergespann
so und verweigerte dem Treffer somit zu Recht die Anerkennung. In der
17. Minute taucht dann der VfR das erste Mal in Saarbrücker
Strafraumnähe auf, die FCS-Abwehr ließ nichts anbrennen.
Nach zwanzig
Minuten nahm dann das Unheil seinen Lauf: Eine Flanke von Dzsenifer Marozsan von links
verwertete Kelli Cronkrite per Kopf zum 1:0. Die technisch hoch
talentierte Dzsenifer Marozsan markierte auch das 2:0: Mit einem
Freistoß aus rund 25 Metern halblinks knapp unter die Latte ließ sie
Limburgs Torfrau Barbara Legrand alt aussehen, diese musste dabei
allerdings auch in die Sonne gucken. Mit dem schönsten Tor des Tages,
getragen von einem herrlichen Kurzpassspiel, vollendete Julia Leykauf
eine Traumkombination zum 3:0. Das 4:0 erinnerte schon ans
Scheibenschießen: Julia Leykauf scheitert gleich zweimal, bis
schließlich Nadine Kraus einen Abpraller volley in die Maschen jagt.
Spätestens hier war klar, dass Limburg sein Loch in der
Innenverteidigung bei allem Einsatz nicht schließen konnte.
Zweite
Halbzeit
Halbzeit zwei ist
schnell erzählt: Lisa Schwab vollendete einen Angriff über rechts zum
5:0, wenig später überlupft Julia Leykauf aus vollem Lauf die heraus
eilende Barbara Legrand gekonnt zum 6:0. Dabei prallen beide unglücklich
zusammen, aber glücklicherweise können beide weiterspielen. Spätestens
jetzt entwickelte sich für den FCA ein lockeres Trainingsspielchen bei
sommerlichen Temperaturen. Bei einer besonders gelungenen Kombination
spielten Dzsenifer Marozsan und Julia Leykauf die komplette Limburger
Hintermannschaft und die Torfrau aus, versäumen vor lauter Spielfreude
aber, das siebte Tor zu erzielen, da Limburg hier noch mal nachsetzte.
Limburg schlug sich wacker und befolgte die Vorgabe der Trainerin, sich
mit Würde und ohne böse Fouls zu verabschieden. Symptomatisch dann die
sichtliche Erschöpfung von Rebecca Konhäuser bei ihrer Auswechslung. Wie
ihre Mitspielerinnen gab sie alles, aber es lief schief, was nur schief
laufen konnte, während beim FCS so ziemlich alles klappte und die
Saarländerinnen Tore mit einer beeindruckenden Genauigkeit erzielten, so
wie Nadine Kraus beim 7:0 nach Zuspiel von Julia Leykauf. In der 77.
Minute jagte Lisa Schwab den Ball mit einem Dropkick von der
Strafraulinie genau in den Winkel, nachdem sie neun Minuten vorher bei
einem verunglückten Klärversuch in Limburgs Abwehr zur Stelle war. Den
Schlusspunkt setzte schließlich Nadine Kraus ungestört mit einem Schuss
aus ca. Zwanzig Metern in zentraler Position wieder exakt in den Winkel.
Auch ohne die
verletzte und für ihren Ehrgeiz bekannte Juniorennationalspielerin
Nadine Keßler (trainiert wenn sie fit ist bis zu 10 Stunden am Tag) lief
beim FCS vor allem in der Zweiten Halbzeit einfach alles. Limburg
rackerte wacker und kämpfte sichtbar bis zum Umfallen, konnte war aber
ohne die etatmäßige Innenverteidigung gegen diesen lauf- und
spielstarken Gegner hoffnungslos unterlegen und ließ dem FCS trotz hoher
Laufarbeit zu viele Räume.
Trainerstimmen
Heimtrainerin
Kerstin Schulz machte sich keine Illusionen und erkannte das Spiel schon
lange vor dem Abpfiff als Lehrstunde für ihre verjüngte Mannschaft.
Trotzdem sieht sie in der erneuten DFB-Pokalteilnahme eine Supersache,
bei der ihren Spielerinnen heute gegen einen in allen Belangen
überlegenen Gegner einfach die Kraft fehlte. Vor allem das durch die
Pokalsperre von Jessica Otto verschärfte Problem in der
Innenverteidigung war nicht zu lösen, ihren Spielerinnen machte sie
dabei keinen Vorwurf. „Wir konnten heute einiges dazu lernen und
konzentrieren uns jetzt voll auf die Meisterschaft“, so Schulz.
Zufrieden und vor
allem bodenständig zeigte sich Gästetrainer Winne Klein. Er sah einen
deutlichen Unterscheid, zollte aber Respekt vor der Limburger
Mannschaft, die sich nicht gehen ließ und lobte seine Mannschaft, die
zunächst die Heimelf müde laufen ließ um dann auch auf dem eher
holprigen Limburger Boden ihr Kombinationsspiel aufzuziehen. Zwar
erfreute er sich vor allem der schönen Tore in Halbzeit zwei, sieht aber
mit Hinblick auf das Unternehmen Wiederaufstieg in der deutlich
schwereren Südstaffel nun überhaupt keinen Blick zum Abheben.
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Fotos: Thomas Schlimme (fansoccer) |
Statistik
und Schiedsrichter
VfR 07 Limburg – 1.
FC Saarbrücken 0:10 (0:4)
Limburg:
16 Barbara Legrand, 3 Nadine Pfaff, 4 Henrike Klein (68.: 8 Andrea
Roos), 6 Mareike Scheid, 7 Caroline Stilper, 9 Amnore Loshaj, 10 Larissa
Schmidt, 11 Rebecca Konhäuser (82.: 2 Ann-Kathrin Loos), 12 Jenny
Schäfer (72.: 5 Andrea Schuster), 13 Caroline Klement, 15 Nicole Brauer
(C). Trainerin: Kerstin Schulz.
Saarbrücken:
1 Romina Holz, 7 Vicky Hinsberger (52.: 21 Laura Vetterlein), 8 Sarah
Hombuch, 12 Dzsenifer Marozsan, 13 Julia Leykauf, 14 Kelli Cronkrite, 19
Lisa Schwab, , 20 Josefine Henning (64.: 17 Caroline Salm), 22 Selina
Wagner (52.: 11 Doni Bridges), 23 Sabine Blank (C), 26 Nadine Kraus.
Trainer: Winfried „Winne“ Klein.
Tore:
0:1 Kelli Cronkrite (20’11), 0:2 Dzsenifer Marozsan (25’52), 0:3
Julia Leykauf (36’15), 0:4 Nadine Kraus (39’49), 0:5 Lisa Schwab
(50’18), 0:6 Julia Leykauf (52’03), 0:7 Nadine Kraus (61’42), 0:8 Lisa
Schwab (68’02), 0:9 Lisa Schwab (76’15), 0:10 Nadine Kraus (84’29)
Torchancen:
0:20 (0:12) Torschüsse: 2:34
(1:21)
Ecken:
0:5 (0:4) Abseits: 0:2 (0:1)
Gelbe Karten:
Nadine Pfaff (50., wegen Stoßen), Andrea Schuster (81., wegen Foulspiel,
beide Limburg) Gelb/Rot: keine Rot:
keine
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Schiedsrichterin:
Katrin Rafalski (TSV Besse, Hessen, Kreis Schwalm-Eder),
SRA1:
Christin Hoche (SG Harheim 1946, Hessen, Kreis Frankfurt),
SRA2:
Rebecca Rüdelstein (SV Neuhof, Verband, Kreis Rheingau-Taunus)
Das Gespann zeigte
eine unauffällige und souveräne Leistung in einer im großen und Ganzen
fairen Partie, lag – soweit die Redaktion das beurteilen kann – bei den
knappen Abseitsentscheidungen richtig und ließ mit der ersten gelben
Karte zum richtigen Zeitpunkt erst gar keine Härte aufkommen.
(Foto: Kresse)
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Zuschauer:
150
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