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Der erste Sieg im neunzehnten Anlauf

 

Geduld zahlt sich aus: Im Duell der Kellerkinder schafft TuS Winterscheid vor beeindruckender Kulisse die Revanche gegen die Sportfreunde Troisdorf

 

 

Der Überblick

 

Ausgangssituation / Hintergründe

1. Halbzeit

2. Halbzeit

Die Fakten zum Spiel

Der Stand Torschützenliste der Kreisliga Sieg (neues Fenster)

 

Ausgangssituation / Hintergründe

Der zweite von unseren drei angekündigten Spielberichten führte uns heute zu einem besonderen Duell: Kein Spitzenspiel, sondern Letzter gegen Vorletzter und das mit voller Absicht: Vor dem letzten Wochenende hatten beide Mannschaften zusammen nur im Hinspiel Punkte ergattern können: Die Einen, weil sie überhaupt erst seit anderthalb Jahren Fußball spielen, die Anderen, weil sie bis zur Vorsaison nur in der Jugend auf Kleinfeld spielten. Die zu erwartenden Packungen (Torverhältnis SF Troisdorf vor dem Spiel: 16:137, bei Winterscheid gar 8:192) ließen beide Mannschaften nicht davon abhalten, die Saison durchzuziehen. Jeder, der schon mal Fußball gespielt hat, weiß, wie viel Charakter dazu gehört und wie hoch diese Leistung sportlich einzuschätzen ist. So wie wir in der letzten Saison die DJK Blumenthal im Kreis Euskirchen für diese bewundernswerte Leistung in Szene gesetzt haben (wir berichteten), wollen wir nun mit dem TuS Winterscheid und den Sportfreunden Troisdorf gleich von Zwei Mannschaften repräsentativ für alle Anderen in vergleichbarer Situation berichten. Es sind Mannschaften wie die beiden, die den Frauenfußball zu einer Millionensportart machen, die auch Spielerinnen die Möglichkeit geben, die (nach Meinung der Redaktion) schönste Sportart für alle die zu öffnen, die spielen wollen und dabei fest entschlossen sind, auch regelmäßig zweistellige Klatschen einzustecken.

 

Übrigens: Der SSV Troisdorf 1905, bis zum letzten Sonntag monatelang Tabellenführer dieser Staffel, startete vor fünf Jahren mit einem Torverhältnis von 17:108. In der Zwischenzeit hat sich die Elf von Arno Deurer Jahr für Jahr weiter entwickelt...

 

Nun aber zum Spiel:

Die erste Auflage entschieden am 26.10. die Sportfreunde mit 7:1 für sich, wobei sich das Ergebnis nach Auskunft des siegreichen Trainers Egon Reppert deutlicher gestaltete, als der Spielverlauf. Die Tore erzielten dabei Franziska Thelen (4), Julia Lutz, Carina Weiß, Christiane Zimmermann sowie Kathrin Ruhl für Winterscheid.

Die Heimmannschaft konstituierte sich bei einem Turnier im Herbst 2007, die Gäste spielten schon in der Jugend zusammen, sammelten dabei aber vor allem Halbfelderfahrung. Gästetrainer Egon Reppert stapelte nicht nur tief, weil das Ergebnis im Hinspiel deutlicher war, als der Spielverlauf, sondern vor allem, weil ihm heute die komplette etatmäßige Innenverteidigung fehlte.

 

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1. Halbzeit

Die erste Spielhälfte begann so ausgeglichen, wie der Tabellenstand es vermuten ließ. In einer Phase, als die Gäste begannen, das Spiel zunehmend in der Hälfte der Heimmannschaft zu verlagern, bekamen sie gleich die kalte Dusche. Bei einem Konter stürmte Nadine Klemmer bei ihrem ersten Streich aufs Tor, ein Handspiel und ein wohl fälliger Abseitspfiff (bei dem Tor stand die Redaktion hinter dem anderen Tor, auf dem Weg zur anderen Seite des Spielfeldes) blieben aus und Nadine Klemmer vollstreckte zielstrebig und gekonnt ins lange Eck

 

Auf das Tor folgte die stärkste Phase der Gästemannschaft: Mit der Wut über den ausgebliebenen Abseitspfiff im Bauch warfen sie alles nach vorne, zeigten aber eine Schwäche, die sich wie ein roter Faden durchs Spiel zog: Ihre vor allem in dieser Phase höheren Spielanteile konnten sie zu selten in brenzlige Torchancen ummünzen. Am nächsten am  Ausgleich dran war in der 22. Minute Lorena Stupan mit einem gefühlvollen Heber, der nur knapp über das Tor strich. Lorena glänzte bei den Gästen zugleich durch den größten Aktionsradius und dadurch, auch in aussichtslosen Situationen noch wenigstens um eine Ecke zu kämpfen. Das sie bis vor kurzem noch am Sprunggelenk verletzt war, ließ sie sich nicht anmerken. Als effizienter zeigte sich die bisher sieg- und punktlose Heimmannschaft. Nadine Klemmer stürmte nun über links, frei nach dem Motto "Jeder Schuss ein Treffer" vollstreckte sie auch dieses Mal wieder kalt wie eine Hundeschnauze und an der Entstehung gab es auch regeltechnisch nichts auszusetzen. Dieser Treffer kam zum viel zitierten psychologisch wichtigen Zeitpunkt, Troisdorfs Offensivspiel erlebte einen Bruch. Die Schlussviertelstunde gehörte schließlich der Heimmannschaft, die allerdings in der 39. Minute das Glück hatte, dass der Schiedsrichter einen Rückpass nicht ahndete. Die Heimführung war aber dahin gehend nicht unverdient, als dass Winterscheid einfach effizienter und gefährlicher agierte.

 

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2. Halbzeit

Der zweite Spielabschnitt schien Spannung zu versprechen: Franziska Thelen platzierte in ihrem Spiel nach einer schweren Erkältung auf der rechten Außenbahn einen schönen Heber ins lange Eck. Das Bangen bei der Heimmannschaft bzw. das Hoffen bei den Gästen währte aber nur zehn Minuten: Einen Abstimmungsfehler zwischen Torfrau und Abwehr nutzte Carmen Preuß im Nachsetzen zum entscheidenden und laut umjubelten Siegtreffer der Heimmannschaft. Troisdorf, dass zuvor wieder besser ins Spiel zu kommen schien, versuchte auch nach dem dritten Gegentor, mit hohem läuferischen Aufwand zu drücken, blieb dabei aber zu wirkungslos gegen eine gut stehende und kampfstarke Heimmannschaft. Dass das 3:1 die Entscheidung war, bahnte sich dann in der 73. Minute an. Zunächst kam bei der Heimmannschaft nach einer Ecke Carmen Preuß frei zum Schuss, der aber nicht das 4:1 bedeutete. Direkt im Gegenzug stürmte dann Olivia Braun alleine auf das Tor. Verbunden mit der berüchtigt langen Zeit, sich die Ecke auszusuchen, sauste ihr Schuss nur wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Wenig später war das Spiel für rund drei Minuten unterbrochen, als Franziska Thelen von ihrem Trainingsrückstand in Form heftiger Krämpfe eingeholt wurde. Die Zeit nutzte eine Troisdorfer Spielerin zur Erkenntnis, noch nie Kühe von so nah gesehen zu haben, als gerade drei (übrigens ebenfalls weibliche) Prachtexemplare der Gattung "Rheinische Schwarzbunte" am Zaun des Nachbargrundstückes zuschauten.

 

Die Schlussviertelstunde gehörte ganz der Heimmannschaft, die das Spiel nicht nur verwaltete, sondern auch die Entscheidung suchte, während der Gästemannschaft der Sprit ausging. Für den größten Aufreger sorgte rund fünf Minuten vor Toreschluss Laura Partenheimer, die einen durchaus auch für höhere Spielklassen tauglichen Drehschuss an die Latte platzierte. Am Ende blieb es beim 3:1 und einem Jubel über drei Punkte von Seiten der Heimmannschaft, der stark an Meisterfeiern erinnerte. Das zahlreich erschienene, treue Publikum feierte seine Mannschaft, die sich fürs Durchhalten auf einer langen Durststrecke mit Niederlagen von durchschnittlich 0,45 : 10,67 selbst die schönste Belohnung machte. Dem konnte Thomas Giermann schon zwangsläufig nicht trocken entkommen...

 

...mitgespielt hat auch das Wetter, der Regen begann erst fünf Minuten nach Abpfiff!

 

Fazit: Jede Mannschaft, die neu den mutigen Weg in den Ligaspielbetrieb findet, kann sich in einem sicher sein: Mit der Länge der Durststrecke steigt auch die Feierlaune eines ersten Dreiers, den man für den Rest seiner Karriere nicht vergisst. Ein Warten, das sich lohnt und Mut macht!

 

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Die Fakten zum Spiel

 

TuS Winterscheid - Sportfreunde Troisdorf 3:1 (2:0)

Winterscheid: 1 Marlen Eichkorn, 3 Laura Partenheimer, 4 Carmen Preuß, 5 Katja Partenheimer, 7 Daniela Isekiel, 9 Nadine Klemmer, 10 Jasmin Kliesch, 11 Sandra Giermann, 12 Sarah Kirschbaum (46.: 6 Damaris Sandra Matz), 13 Johanna Böhnlein, 15 Kathrin Ruhl (C). Spielkleidung: Rot-Schwarz-Rot, Trainer: Thomas Giermann

Troisdorf: 1 Sophia Reifenrath, 3 Julia Lutz (65.: 9 Nina Böke), 4 Franziska Thelen (77.: 15 Lisa Hensen), 5 Isabel Janßen, 6 Lorena Stupan (C), 7 Sandra Fömke, 8 Olivia Braun, 10 Carina Weiß, 11 Christiane Zimmermann, 12 Anna Schänzler (46.: 2 Saskia Breuer), 13 Andrea Alexa. Spielkleidung: Schwarz-Rot-Schwarz, Trainer: Egon Reppert

Zuschauer: 92 (!) am Sportplatz in Winterscheid, bei den Toren so laut wie mindestens 200 und stets fair

Schiedsrichter: Benjamin Simon (VfR Hangelar)

Tore: 1:0 Nadine Klemmer (14'42), 2:0 Nadine Klemmer (24'52), 2:1 Franziska Thelen (51'23), 3:1 Carmen Preuß (61'22)

Karten: Keine in einer sehr fairen Begegnung

 

Chancenverhältnis: 5:5 (2:3)

Torschüsse: 10:16 (6:10)

Ecken: 5:8 (0:5)

Abseits: 4:1 (2:1)

 

 

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Zuletzt aktualisiert: 29.09.2009

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