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Reform im Frauenfußball abgeschmettert —
Wann kommt endlich
die Bezirksliga? Ein großer Wunsch der Vereine findet weiter keine Erfüllung. Antrag des FVM-Frauensportausschusses scheitert im Präsidium, Vereine enttäuscht
Ein Kommentar von Carsten Töller und Michael Kresse
Auch am Mittelrhein hat sich die Zahl der Mannschaften in den letzten Jahren nahezu
verdoppelt. Hatte man lange Zeit Mühe, überhaupt 12 geeignete Teams für
die Verbandsliga zu finden, reicht inzwischen sogar die Sollstärke von 14 in
den Kreisligen nicht mehr aus, um die ganzen spielbereiten Frauenclubs aufzunehmen.
Eine Reform ist dringend notwendig. Das ganze in Zahlen:
Anmerkung: Nicht berücksichtigt in der Anzahl haben wir die FVM-Mannschaften oberhalb der Verbandsebene, weil sie für diese Betrachtung nicht relevant sind. Die Summe für 2009/10 ist vorläufig und wird sich noch durch Nachmeldungen etwas erhöhen.
Tabelle 1: Entwicklung der Mannschaftszahlen im FVM
Der FV Mittelrhein ist immerhin der siebtgrößte Landesverband im DFB.
Bei den Frauen rangiert er allerdings nur auf Rang 10 und muss Verbänden wie Sachsen,
Südbaden und Schleswig-Holstein, die gerade einmal halb so groß sind, den Vortritt
lassen. Sachsen-Anhalt, wo erst vor elf Jahren Ligen auf Landesebene eingeführt wurden,
liegt nur hauchdünn hinter dem Mittelrhein in Lauerstellung. Details zur
Frauenmannschaftsstatistik im Rahmen der DFB-Statistik unter http://www.dfb.de/index.php?id=11015
.
Auf dem letzten Staffeltag waren nicht nur die Staffelleitungen, sondern auch
die große Mehrheit der betroffenen Mannschaften sehr unglücklich über die Sollstärke von 14.
In Anbetracht der zum Teil großen Entfernungen und der Tatsache, dass
die Frauen nicht für Geld spielen, haben sich Nachholspiele unter der
Woche als sehr problematisch gezeigt. Dazu gibt es viele Mannschaften,
die in den Schulferien große Mannschaftsschwierigkeiten haben, so dass
ein Zurück zur Sollstärke von Zwölf die logische Folge sein wird.
Die aus dem Präsidiumsbeschluss resultierende
1-4-9 bringt der Verbandsliga regelmäßig; 4 Absteiger. Muss man einen erhöhten
Abstieg aus der Regionalliga ausgleichen, könnten es schnell auch mehr werden.
betrachtet man das Horrorszenario von fünf Absteigern - was dann
eintreten kann, wenn drei NRW-Mannschaften aus den beiden Staffeln der
2. Bundesliga absteigen - dann müssen vier Mannschaften mehr aus der
Verbandsliga ab- als aufsteigen. Bei vier Aufsteigern bedeutet das acht
Absteiger, aber auch schon bei zwei Regionalligaabsteigern müssten
bereits fünf Verbandsligisten absteigen. Das mittelfristige Ziel kann deshalb nur die Einführung der Bezirksliga sein. Eine Pyramide 1-2-4-7 bekäme man schon in der Saison 2010/11 gefüllt, ohne dass die Kreisligen ausbluten würden. Hält der Boom bei den Frauen an, dann ist ohnehin in jedem Jahr mit einer weiteren Kreisliga-Staffel zu rechnen (siehe Tabelle 1). Für die Saison 2010/11 ist der Zug leider abgefahren. Hoffen wir im Sinne des Frauenfußballs, dass es den Verantwortlichen gelingt, den Trend zu erkennen und rechtzeitig zur Saison 2011/12 die Weichen in die richtige Richtung zu stellen.
Zur Person: Carsten Töller, Jahrgang 1970, hat unter den Fußballstatistikern in Deutschland die meiste Erfahrung im Frauenfußball. Seit fast einem Vierteljahrhundert verfolgt er mit großer Aufmerksamkeit den Frauenfußball über Verbandsgrenzen hinweg und dessen Entwicklung. Seit über zehn Jahren gehört er zum Organisationsteam des DFB-Hallenpokals. Weitere Infos findet ihr hier. Michael Kresse, Jahrgang 1979, ist im Projekt Fußballvereinsregister für die Arbeit an der Basis zuständig und hat dabei in den letzten beiden Spielzeiten rund 150 Frauenfußballspiele besucht.
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Diese Seite ist privat und nicht offiziell, alle Angaben erfolgen daher ohne Gewähr!
| Zuletzt aktualisiert: 29.09.2009 |
© Michael Kresse, 51061 Köln-Flittard |