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Ausgangssituation
FC bzw. Brauweiler gegen Sindelfingen, da
war doch was? Richtig: Wir schreiben den 5.6.2006, 1. Bundesliga,
letzter Spieltag. Brauweiler auf Platz 10, Sindelfingen auf Platz elf,
beide in Brauweiler direkt gegeneinander. Brauweiler brauchte ein
Unentschieden, um die Klasse zu halten, Sindelfingen einen Sieg. 650
Zuschauer fanden den Weg zu diesem Abstiegsendspiel, das Folgen haben
sollte. Susanne Kasperczyk, mittlerweile wieder zurückgekehrt, brachte
Brauweiler in der 47. Minute in Führung, Simone Ruf erzielte in der 71.
Minute den Ausgleich, eine Viertelstunde vor Schluss sah die
Sindelfingerin Nina Müller (auch heute noch bim VfL) die Ampelkarte und
nach drei Minuten Nachspielzeit ließ Schiedsrichterin Moiken Jung den
alles erlösenden Schlusspfiff ertönen. Einen ausführlicheren
Spielbericht mit Fotos gibt es übrigens heute noch bei FanSoccer, siehe
unter:
http://www.fansoccer.de/ersteliga/05spielberichte/brauweilersindelfingen/brauweilersindelfingen050606.htm
Brauweiler war gerettet, der Verfall wurde
mit Durchmarsch in die Regionalliga und der Fast-Insolvenz wurde damit
aber um nur ein Jahr verschoben, während Sindelfingen seither in schöner
Regelmäßigkeit am Wiederaufstieg scheitert, und die zweite Mannschaft,
die in der Zweiten Bundesliga sportlich die Klasse hielt, zwangsweise
absteigen musste. Besonders knapp scheiterte Sindelfingen erst letztes
Jahr am 1. FC Saarbrücken, dieses Jahr hat sich die Konkurrenz in Form
von Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln nicht gerade verschlechtert. So
kam Sindelfingen nicht nur auf Grund der Tatsache, dass angesichts eines
Sieben-Punkte-Rückstandes nach nur acht Spieltagen alles andere als ein
Sieg beim FC das frühzeitige Aus im Titelrennen noch in der Hinrunde
bedeutet hätte, besonders motiviert ins Franz-Kremer-Stadion.
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1.
Halbzeit
Zu diesem Spitzenspiel, bei dem der
Tabellenführer aus Köln und der Tabellendritte aus Sindelfingen
aufeinander trafen, kamen 550 Zuschauer, darunter auch FVM-Präsident
Alfred Vianden und U15-Nationaltrainerin und Brauweiler-Legende Bettina
Wiegmann. Natürlich wollte auch die Mannschaft von Bayer Leverkusen
Ihren nächten Gegner begutachten.
Ob die Leverusener Spielerinnen auch den „echten“ FC gesehen haben, darf
bezweifelt werden, denn mit der führenden in der Torschützenliste der
2.Liga, Bilgin Defterli, die für die Türkei auf Länderspielreise war,
und mit der Spielmacherin Patricia Hanebeck, die angeschlagen nur auf
der Bank saß, fehlten die zwei Spiel bestimmenden Frauen im FC Spiel.
Die Kölner Angriffe wurden meist planlos vorgetragen und im Abschluß
fehlte die Vollstreckerin. Sindelfingen spielte aus einer sicheren
Abwehr heraus und hatte nur wenige, aber dafür gefährliche Torchancen.
Das Spiel begann zunächst ausgeglichen. Der ersten Torchance von Köln in
der 3.Min. durch Paula Balzer folgte in der 5.Min. nach einem Fehler von
Julia Pfannschmidt die erste Chance von Sindelfingen durch Nicole Rolser.
Im weiteren Spielverlauf war Köln zwar optisch überlegen, aber die
selten durchdachten Spielzüge wurden meist überhastet abgeschlossen. Die
Torschüsse von Meike Seuren, Nina Windmüller und Charline Hartmann
wurden entweder von der Sindelfinger Abwehr entschärft, oder sie gingen
neben das Tor. Nach 20 Minuten wurde ein Sindelfinger Konter durch
Leonie Maier gefährlich, weil wiederum Pfannschmidt unsicher agierte.
Die gefährlichste Situation in der ersten Halbzeit resultierte aus einer
Ecke, die von Nina Windmüller in den Sindelfinger Strafraum geschlagen
wurde und im Getümmel hatte Meike Seuren im Strafraum eine
aussichtsreiche Schussposition. Bei dieser Schusschance aus
kurzer Distanz in der 23. Minute konnte sie aber die Torhüterin Anke
Langwisch nicht überwinden.
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2. Halbzeit
In der Halbzeit reagierte der Kölner
Trainer Schmischke und nahm die heute wenig überzeugende Nina Windmüller
vom Platz. Für sie wechselte er Yvonne Zielinski ein. Dieser Wechsel
brachte aber auch keine Linie ins Kölner Spiel. Sindelfingen fand
stärker in die 2. Halbzeit als Köln und hatte durch Nicole Rolser den
ersten Torschuss. Knapp eine Minute danach, in der 52. Min., konnte die
Kölner Abwehr zunächst klären, aber die daraus resultierende Ecke wurde
auf die am Strafraumeck wartende Leonie Meier gespielt und die erzielte
mit einem schönen Schuß in den Winkel das 0:1. Wer gedacht hatte das die
Kölnerinnen sich nun aufraffen würden, sah sich getäuscht. Es war weiter
ein Spiel, in dem die einen nicht konnten und die anderen nicht mehr
mußten. Die Partie verflachte zusehends und so mussten andere für die
Aufreger sorgen. In der 63. Min. konnte die Kölner Verteidigerin
Pfannschmidt die Sindelfinger Angreiferin Rolser regelgerecht im
Strafraum stoppen und die gute Schiedsrichterin Marija Kurtes sah das
genau so. Die Sindelfinger Trainer sahen das anders und sprangen alle
wie von der Tarantel gestochen auf und riefen wenig feine Ausdrücke in
Richtung der Schiedsrichterin. Als Höhepunkt dieses Gezeters hatte einer
der Sindelfinger Betreuer nichts anderes zu tun, als mit einem kräftigen
Tritt die Bank um zu treten. Marija Kurtes reagierte souverän und
verwarnte das Sindelfinger Trainertrio, das sich daraufhin wieder
beruhigte. Außer einer Chance von Nicole Bender in der 68. Min. tat sich
aber nichts wichtiges mehr. Sindelfingen verschleppte logischerweise das
Spiel. Den letzten Lacher hatte aber die Linienrichterin Johanna Gesell
auf Ihrer Seite. Das Sindelfingen in der 87. und 89. Minute wechselte,
um Zeit zu gewinnen, ist nichts Ungewöhnliches. Auffällig aber war, dass
die Wechsel immer erfolgen sollten, wenn die Linienrichterin an der
Eckfahne stand und so immer sehr weit zur Mittellinie laufen musste
womit besonders viel Zeit verging. Als dann der Sindelfinger Trainer in
der Nachspielzeit unter den selben Voraussetzungen einen dritten Wechsel
durchführen wollte, zeigte Schiedsrichterin Kurtes, an das sie diesen
nicht mehr gestatten würde. Da die Trainer das ignorierten, riefen Sie
immer wieder „Frau Linienrichter... Wechsel...“.
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Fazit
Sindelfingen spielte aus einer sicheren
Abwehr heraus und Köln hatte ohne seine beiden offensiven
Topspielerinnen keine Mittel, um diese Abwehr zu knacken. Ein
Unentschieden wäre aber eher gerecht gewesen. Durch diesen Sieg ist
Sindelfingen wieder bis auf 4 Punkte an Köln heran gekommen und hat
seine allerletzte Chance, sich nicht aus dem Aufstiegsrennen
verabschieden zu müssen. Für Köln wird das nächste Spiel in Leverkusen
nun zu einem echten Endspiel. Am selben Nachmittag wurde in
Duisburg das DFB-Pokal Viertelfinale ausgelost. Der 1.FC Köln hat
demnach ein Heimspiel am 20.12.09 gegen den Titelverteidiger FCR
Duisburg. Es bleibt abzuwarten ob Köln der Spitzenmannschaft Paroli
bieten kann auf jeden Fall werden die Kölnerinnen alles geben um das
„Heimspiel“ im Finale zu erreichen. Das Topspiel des Viertelfinales wird
aber in Potsdam stattfinden wo Turbine gegen den 1.FFC Frankfurt
antritt. Die weiteren Spiele: VfL Wolfsburg – FF USV Jena und SG
Essen-Schönebeck – FSV Gütersloh 2009.
Spielerin des Spiels:
Leonie Maier
Sie war nicht nur die Siegtorschützin
sondern auch die gefährlichste Spielerin von Sindelfingen. Die wenigen
Sindelfinger Angriffe wurden fast alle von Ihr eingeleitet.
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Die Fakten
zum Spiel
1.FC Köln 1901/1907 - VfL Sindelfingen 0:1
(0:0)
FC
: 30 Kathrin Wojtasik, 6 Susanne Kasperczyk, 7 Nicole Bender, 8
Anne-Katrin Lenz (83.: 2 Jeanette Blömen), 9 Frauke Renner, 13 Charline
Hartmann (79.: 16 Lena Schüth), 15 Sonja Fuss (C), 18 Julia
Pfannschmidt, 19 Meike Seuren, 21 Nina Windmüller (46.: 17 Yvonne
Zielinski), 23 Paula Balzer - Trainer: Klaus Schmischke
Sindelfingen:
12 Anke Langwisch, 2 Susanna Höller, 3 Michaela Althaus, 4 Mara Schanz,
5 Carina Spengler, 6 Marina Schwägler, 10 Lara Lingelbach, 14 Nadine
Enoch (89.: Carina Enoch), 17 Leonie Maier (C), 19 Nicole Rolser, 20
Theresa Betz (87.: 21 Selina Schindler) - Trainer: Nikolaos Koutroubis
Zuschauer: 550 im
Franz-Kremer-Stadion
Schiedsrichterin: Marija Kurtes (SG
Benrath-Hassels, Kreis Düsseldorf/Niederrhein)
SRA1: Johanna Gesell (DJK Rheinkraft Neuss,
Kreis Neuss-Grevenbroich/Niederrhein)
SRA2: Yvonne Enigk (SuS Niederbonsfeld
1936, Kreis Essen Süd-Ost/Niederrhein)
Das Gespann löste eine schwierige Aufgabe
in einer engagiert geführten Partie auf schwierig bespielbarem
Untergrund souverän und mit viel Fingerspitzengefühl, ließ sich von
Sindelfingens geltungsbedürftiger Trainerbank nicht für dumm verkaufen.
Nicole Bender hätte nach einer Unsportlichkeit (Gerangel um einen
Einwurf nach rund 75 Minuten) gelb sehen müssen, sonst fehlerlos. Der
"Pseudo-Elfmeter" war ganz eindeutig keiner, in dieser wie auch in allen
anderen entscheidenden Situationen mit sehr gutem Stellungsspiel.
Tor: 0:1 Leonie Maier (52.)
Gelbe Karten: Nicole Bender (84.) -
Nicole Rolser (89.)
Platzverweise:
Torchancen: 9:4 (6:2)
Ecken: 10:2 (6:1)
Abseits: 2:6 (1:3)
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