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Alter vor Schönheit: Fortunas Derbysieg im Familienduell

 

Im einzigen echten Derby unter den Partien des FVM-Pokal-Viertelfinals behielten die Südstädterinnen in Pulheim wie schon vor drei Jahren souverän die Oberhand

 

 

Der Überblick

 

Pulheimer SC - SC Fortuna Köln: Die bisherigen Duelle

Ausgangssituation

1. Halbzeit

2. Halbzeit

Fazit

Trainerstimmen

Die Fakten zum Spiel

Unser Pokal-Spezial: Modus und alle entscheidenden im Überblick (neues Fenster)

 

Pulheimer SC - SC Fortuna Köln: Die bisherigen Duelle

Beide Mannschaften standen sich im Jugendbereich in insbesondere in den Altersklassen U17 und U15 schon viele Male gegenüber, Ligaduelle im Frauenbereich gab es bisher aber Keine

 

Pokalduelle:

  • 25.02.2007: Pulheim - Fortuna 0:4 (Viertelfinale)

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Ausgangssituation

Wenn aus Spaß Ernst wird: Hans Schwank, bis zum Sommer 2009 zehn Jahre lang als Trainer beim PSC aktiv und nur wenige Meter vom Sportplatz beheimatet, war natürlich auch beim Erstrundenspiel des PSC unter den Zuschauern, seine Fortuna spielte bereits drei Wochen zuvor. Nach dem Schlusspfiff fragten wir natürlich nach dem Reiz eines Familienduells und kamen überein, dass ein solches Los bei der Auslosung durchaus seine Reize hätte, so wie wir ein Jahr zu vor nach dem Kreispokalfinale Rhein-Erft darin übereinstimmten, dass ein Erstrundenspiel gegen den FFC Brauweiler nicht uninteressant wäre. So wie dann im Herbst 2008 tatsächlich der Nachbar FFC Brauweiler dem PSC zugelost wurde, hatte drei Tage nach dem diesjährigen Erstrundenspiel gegen Mausauel Losfee Johanna Elsig dann ein glückliches Händchen: De PSC wurde tatsächlich Fortuna Köln zugelost. Da drängt sich doch die Frage auf, ob man überhaupt noch eine Auslosung vor dem Fernsehen braucht, wenn fachkundige Kreise schon vorher an der Carl-Diem-Straße erörtern, wie die Lose am besten passen. Es bleibt abzuwarten, ob - aller guten Dinge sind schließlich Drei - im Herbst 2010 ähnliches sich wiederholt.

 

Dass das Familienduell Vater (Hans Schwank) gegen Tochter (Jenny Schwank) durchaus eine ernste Angelegenheit sein würde, ergibt sich schon daraus, dass beide Vereine im Jugendbereich eine führende Rolle am Mittelrhein einnehmen, sie dabei kaum mehr als 10 Kilometer Luftlinie trennen und der oft so überstrapazierte Begriff "Derby" bei dieser Konstellation fast schon einen definitorischen Charakter genießt.

Zu einem Derby gehören natürlich auch persönliche Geschichten und eine solche lieferte auch noch ausgerechnet Jenny Schwank: Beim Meisterschaftsspiel eine Woche zuvor in Eilendorf stürzte sie so unglücklich dass sie vier Stunden im Krankenhaus verbringen musste, um am Kinn genäht zu werden. Also eine Verletzung, wegen der man bei einem normalen Spiel nicht auf die Idee kommt, zu spielen. Bei jedem anderen Spiel hätte sie sich wohl auch geschont, aber dieses war eben kein normales Spiel, sie spielte übrigens vom Anpfiff bis zum Schlusspfiff.

 

Das Fair-Play und Derby- oder sonstige Brisanz zumindest im Frauenfußball sich nicht zwangsläufig widersprechen, zeigten vor allem die Trainer, die sich lange kennen, sich absolut sportlich verhielten und damit sicher auch einen erheblichen Anteil daran hatten, dass dieses Derby auf dem Platz absolut fair geführt wurde. Schmährufe wie die Beim Männer-Bundesligaspielen, in der die Ehre von Personen und ihrer Mütter verletzen, blieben hier aus. Ein Fair-Play-Foto vor dem Spiel mit beiden Mannschaften, beiden Trainern und dem Schiedsrichter und das ohne materielle Anreize war auch hier überhaupt kein Problem (siehe oben). Ein Argument mehr dafür, sich Frauenfußball anzusehen!

 

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1. Halbzeit

Nach einer Schweigemannschaften, abgehalten auf Wunsch beider Mannschaften, in Erinnerung an den verstorbenen Torwart Robert Enke, leider von "Anton aus Tirol" aus einem benachbarten Festzelt außerhalb des Sportparks gestört, fanden beide Mannschaften engagiert in die Partie, wobei sich schnell zeigte, dass von zwei jungen Mannschaften die höherklassig spielende und zugleich weniger junge Mannschaft aus Köln heute über die höherwertigeren Mittel verfügen würde. Wie es sich für ein Derby gehört, kompensierte der Außenseiter aus Pulheim dieses Defizit durch taktische Disziplin und hohe Kampfbereitschaft, kämpferisch aber fair. Die Anzahl berichtenswerter Strafraumszenen war dementsprechend niedrig, Pulheim hatte heute im Gegensatz zum Mausauelspiel eine Runde zuvor weniger Probleme bei Standardsituationen, dafür aber bei gegnerischen Angriffen über die Mitte. Besonders deutlich wurde das nach etwa einer halben Stunde, als Yvonne Kleemann durch die Mitte marschierte und erst am Elfmeterpunkt nur Bruchteile von Sekunden vor dem Abschluss noch von Pia van Danwitz an selbigem gehindert wurde. Mit dem Schlusspfiff raufte sich der Fortunaanhang noch mal die Haare, als nach einer langen Flanke von links Funda Hançioğlu und Fiona McCormick am langen Pfisten am Ball vorbeirauschten. Mit einem ernüchternden Chancenverhältnis von 0:2 ging es in die Pause.

 

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2. Halbzeit

Jörg Pawelczyk hatte eine böse Vorahnung, nämlich die, dass die Schwäche seiner Mannschaft in der Innenverteidigung nicht gut gehe würde. So forderte er von seiner Mannschaft in der Pausenansprache hier eine besondere Konzentration ein, das Tor sollte trotzdem genau so fallen. Zunächst aber hatte Fortuna eine hochkarätige Chance in der 55. Minute, als nach einem scharf geschossenen Freistoß Fiona McCormick im Nachschuss nur wenige Meter vor dem Kasten den Ball über selbigen jagte. In der 63. Minute war es dann soweit, als Spielführerin Melanie Koschalka über die Mitte durchmarschierte, ihre Gegenspielerinnen stehen ließ und die chancenlose Torfrau gekonnt verlud. Jörg Pawelczyk erinnerte sich an seine eigenen Worte, statt seine Mannschaft schlecht zu machen, feuerte er sie nachdrücklich an, geduldig diese eine Chance zu suchen, die den Ausgleich bringt, zumal sein Gegenüber Hans Schwank bei seiner Mannschaft noch Potential nach oben sah. Fortuna Köln blieb aber die spielbestimmende Mannschaft, in der 75. und 78. Minute hatte Mandana Chatarina-Knopf die (Vor-)Entscheidung auf dem Fuß: Zunächst setzte sie sich schön über halbrechts durch, kam an der Strafraumlinie in eine gute Schussposition, ihr Schuss ging aber über das Gehäuse. Drei Minuten später wurde sie etwa am Elfmeterpunkt noch in letzter Minute von Barbara Hupp gestört, die zur Ecke klärte. Genau diese Ecke brachte aber dann doch das Tor: Von Josipa Bokanović geschossen und von Yvonne Kleemann hineingeköpft. Es folgte ein letztes Aufbäumen des PSC, das aber wirkungslos blieb.

 

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Fazit

Pulheim war bemüht, die Feldüberlegenheit der Fortuna mit einer geschlossenen, kampfstarken Mannschaftsleistung zu kompensieren, zeigte eine gute taktische Disziplin. Von den beiden Gegentoren war aber insbesondere das 0:1 vermeidbar. Die Mannschaft gab sich auch nach dem 0:2 nicht auf. Fortuna tat sich schwer gegen einen tief stehenden, engagierten Gegner, hatte seinen eigenen Laden hinten aber stets im Griff, so dass Pulheim heute torlos blieb. Der Sieg der Südstädterinnen war somit verdient. Das Verhalten der Trainer war vorbildlich, der Schiedsrichter war durch seine Laufarbeit stets auf der Höhe des Geschehens, so dass die Zuschauer eine intensive, aber sehr faire Partie mit nur einer gelben Karte sahen.

 

Aus Sicht der Redaktion wäre aufgrund der Vorgeschichte im Vorjahr mit dem legendären Anruf des damaligen Trainers bei der Eilendorfern ("tretet Ihr auch wirklich gege uns an") und dem daraufhin überraschenden Aus seiner Mannschaft ein Halbfinale gegen Eilendorf sehr reizvoll gewesen. Dieses kann aber nach der ersten Pflichtspielniederlage der Aachenerinnen ausgerechnet im Pokalviertelfinale in Allner-Bödingen aber nicht mehr zu Stande kommen.

 

Unter den vier verbliebenen Mannschaften bleibt Alemannia Aachen unser Topfavorit. Auch wenn Merl zu beachten ist, spricht für Aachen der unserer Meinung nach etwas stärker besetzte Kader und die besondere Motivation, nachdem Aachen viele Jahre aus Kostengründen nicht am Pokal teilnahm. Fortuna Köln und SV Allner-Bödingen sehen wir als Außenseiter. Aber das Außenseiter im Pokal nicht gleich Verlierer bedeutet, hat Merl im 2009er-Finale gegen Brauweiler eindrucksvoll unter Beweis gestellt!

 

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Trainerstimmen

Gästetrainer Hans Schwank sah einen verdienten Sieg in einer einseitigen Partie. Pulheim stand hinten sehr kompakt, oft mit bis zu acht Spielerinnen, was es dann sehr schwer macht, zumal auch seine Mannschaft sehr jung ist, zumal mit Arzu Karabulut (gesperrt) und Miriam Eickel (verletzt) zwei wichtige Spielerinnen fehlten. Ein Wunschlos nannte er nicht, "Hauptsache ein Heimspiel".

Heimtrainer Jörg Pawelczyk zeigte sich mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden, "mehr geht im Augenblick nicht. Wenn die älteste 21 Jahre alt ist, der Durchschnitt auf dem Platz bei 18 Jahren liegt, fehlt in vielen Fällen einfach die Erfahrung." Auch wenn seiner Mannschaft die Durchschlagskraft fehlte sah er eine Mannshaft mit System und die will, die es der Fortuna schwer gemacht hat, der aber nach etwa einer Stunde zunehmend die Kraft fehlte, was er vor allem auf die beruflich bzw. ausbildungstechnisch ausbaufähige Trainingsbeteiligung und den hohen Krankenstand in seiner Mannschaft zurückführt.

 

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Die Fakten zum Spiel

 

Pulheimer SC - SC Fortuna Köln 0:2 (0:1)

Pulheim : 1 Lea Köcher, 2 Barbara Hupp, 3 Svenja Ten Hoeve (C), 4 Pia van Danwitz, 7 Silke Ohrem (67.: 6 Christina Stupp), 8 Jennifer Schwank, 9 Claudia Eßer, 11 Jolie Hoppe, 13 Lea Oetker, 17 Tatjana Schlömer, 18  - Trainer: Jörg Pawelczyk

Fortuna: 1 Lisa Brenner, 2 Clara Thaleiser-Schuch, 3 Julia Molitor, 5 Yvonne Kleemann, 7 Josipa Bokanović, 8 Melanie Koschalka (C), 11 Mandana Chatarina-Knopf, 14 Jule Brockerhoff, 16 Funda Hançioğlu (57.: 21 Katharina Pekron), 17 Fiona McCormick (87.: 20 Stefanie Pütz), 19 Neele Hörner (90.+1: 15 Rosalia Spiteri) - Trainer: Hans Schwank

Zuschauer: 45 im Sportpark Pulheim (Tennenplatz) an der Carl-Diem-Straße

Schiedsrichter: Stephan Weirich (Blau-Weiß Hand) mit einer guten Laufarbeit stets auf der Höhe des Geschehens, unauffällig und ohne nennenswerte Fehler

Tore: 0:1 Melanie Koschalka (63.), 0:2 Yvonne Kleemann (79.)

Gelbe Karte: Yvonne Kleemann (89.)

Platzverweise: Keine

 

Torchancen: 1:6 (0:2)

Torschüsse: 6:16 (3:6)

Ecken: 1:4 (1:3)

Abseits: 1:2 (0:0)

 

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Zuletzt aktualisiert: 22.11.2009

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