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Alter vor Schönheit:
Fortunas Derbysieg im Familienduell
Im einzigen echten Derby unter den
Partien des FVM-Pokal-Viertelfinals behielten die Südstädterinnen in
Pulheim wie schon vor drei Jahren souverän die Oberhand

Der
Überblick
Pulheimer SC - SC Fortuna Köln: Die bisherigen Duelle
Ausgangssituation
1. Halbzeit
2. Halbzeit
Fazit
Trainerstimmen
Die Fakten zum Spiel
Unser Pokal-Spezial: Modus
und alle entscheidenden im Überblick (neues Fenster)
Pulheimer SC - SC Fortuna Köln: Die bisherigen Duelle
Beide Mannschaften standen sich im Jugendbereich in insbesondere in den
Altersklassen U17 und U15 schon viele Male gegenüber,
Ligaduelle im Frauenbereich gab es bisher aber Keine
Pokalduelle:
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Ausgangssituation
Wenn aus Spaß Ernst wird: Hans Schwank, bis
zum Sommer 2009 zehn Jahre lang als Trainer beim PSC aktiv und nur
wenige Meter vom Sportplatz beheimatet, war natürlich auch beim
Erstrundenspiel des PSC unter den Zuschauern, seine Fortuna spielte
bereits drei Wochen zuvor. Nach dem Schlusspfiff fragten wir natürlich
nach dem Reiz eines Familienduells und kamen überein, dass ein solches
Los bei der Auslosung durchaus seine Reize hätte, so wie wir ein Jahr zu
vor nach dem Kreispokalfinale Rhein-Erft darin übereinstimmten, dass ein
Erstrundenspiel gegen den FFC Brauweiler nicht uninteressant wäre. So
wie dann im Herbst 2008 tatsächlich der Nachbar FFC Brauweiler dem PSC
zugelost wurde, hatte drei Tage nach dem diesjährigen Erstrundenspiel
gegen Mausauel Losfee Johanna Elsig dann ein glückliches Händchen: De
PSC wurde tatsächlich Fortuna Köln zugelost. Da drängt sich doch die
Frage auf, ob man überhaupt noch eine Auslosung vor dem Fernsehen
braucht, wenn fachkundige Kreise schon vorher an der Carl-Diem-Straße
erörtern, wie die Lose am besten passen. Es bleibt abzuwarten, ob -
aller guten Dinge sind schließlich Drei - im Herbst 2010 ähnliches sich
wiederholt.
Dass das Familienduell Vater (Hans Schwank)
gegen Tochter (Jenny Schwank) durchaus eine ernste Angelegenheit sein
würde, ergibt sich schon daraus, dass beide Vereine im Jugendbereich
eine führende Rolle am Mittelrhein einnehmen, sie dabei kaum mehr als 10
Kilometer Luftlinie trennen und der oft so überstrapazierte Begriff
"Derby" bei dieser Konstellation fast schon einen definitorischen
Charakter genießt.
Zu einem Derby gehören natürlich auch
persönliche Geschichten und eine solche lieferte auch noch ausgerechnet
Jenny Schwank: Beim Meisterschaftsspiel eine Woche zuvor in Eilendorf
stürzte sie so unglücklich dass sie vier Stunden im Krankenhaus
verbringen musste, um am Kinn genäht zu werden. Also eine Verletzung,
wegen der man bei einem normalen Spiel nicht auf die Idee kommt,
zu spielen. Bei jedem anderen Spiel hätte sie sich wohl auch geschont,
aber dieses war eben kein normales Spiel, sie spielte übrigens vom
Anpfiff bis zum Schlusspfiff.
Das Fair-Play und Derby- oder sonstige
Brisanz zumindest im Frauenfußball sich nicht zwangsläufig
widersprechen, zeigten vor allem die Trainer, die sich lange kennen,
sich absolut sportlich verhielten und damit sicher auch einen
erheblichen Anteil daran hatten, dass dieses Derby auf dem Platz absolut
fair geführt wurde. Schmährufe wie die Beim Männer-Bundesligaspielen, in
der die Ehre von Personen und ihrer Mütter verletzen, blieben hier aus.
Ein Fair-Play-Foto vor dem Spiel mit beiden Mannschaften, beiden
Trainern und dem Schiedsrichter und das ohne materielle Anreize war auch
hier überhaupt kein Problem (siehe oben). Ein Argument mehr dafür, sich
Frauenfußball anzusehen!
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1.
Halbzeit
Nach einer Schweigemannschaften, abgehalten
auf Wunsch beider Mannschaften, in Erinnerung an den verstorbenen
Torwart Robert Enke, leider von "Anton aus Tirol" aus einem benachbarten
Festzelt außerhalb des Sportparks gestört, fanden beide Mannschaften
engagiert in die Partie, wobei sich schnell zeigte, dass von zwei jungen
Mannschaften die höherklassig spielende und zugleich weniger junge
Mannschaft aus Köln heute über die höherwertigeren Mittel verfügen
würde. Wie es sich für ein Derby gehört, kompensierte der Außenseiter
aus Pulheim dieses Defizit durch taktische Disziplin und hohe
Kampfbereitschaft, kämpferisch aber fair. Die Anzahl berichtenswerter
Strafraumszenen war dementsprechend niedrig, Pulheim hatte heute im
Gegensatz zum Mausauelspiel eine Runde zuvor weniger Probleme bei
Standardsituationen, dafür aber bei gegnerischen Angriffen über die
Mitte. Besonders deutlich wurde das nach etwa einer halben Stunde, als
Yvonne Kleemann durch die Mitte marschierte und erst am Elfmeterpunkt
nur Bruchteile von Sekunden vor dem Abschluss noch von Pia van Danwitz
an selbigem gehindert wurde. Mit dem Schlusspfiff raufte sich der
Fortunaanhang noch mal die Haare, als nach einer langen Flanke von links
Funda Hançioğlu und Fiona McCormick am langen Pfisten am Ball
vorbeirauschten. Mit einem ernüchternden Chancenverhältnis von 0:2 ging
es in die Pause.
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2. Halbzeit
Jörg Pawelczyk hatte eine böse Vorahnung,
nämlich die, dass die Schwäche seiner Mannschaft in der
Innenverteidigung nicht gut gehe würde. So forderte er von seiner
Mannschaft in der Pausenansprache hier eine besondere Konzentration ein,
das Tor sollte trotzdem genau so fallen. Zunächst aber hatte Fortuna
eine hochkarätige Chance in der 55. Minute, als nach einem scharf
geschossenen Freistoß Fiona McCormick im Nachschuss nur wenige Meter vor
dem Kasten den Ball über selbigen jagte. In der 63. Minute war es dann
soweit, als Spielführerin Melanie Koschalka über die Mitte
durchmarschierte, ihre Gegenspielerinnen stehen ließ und die chancenlose
Torfrau gekonnt verlud. Jörg Pawelczyk erinnerte sich an seine eigenen
Worte, statt seine Mannschaft schlecht zu machen, feuerte er sie
nachdrücklich an, geduldig diese eine Chance zu suchen, die den
Ausgleich bringt, zumal sein Gegenüber Hans Schwank bei seiner
Mannschaft noch Potential nach oben sah. Fortuna Köln blieb aber die
spielbestimmende Mannschaft, in der 75. und 78. Minute hatte Mandana Chatarina-Knopf
die (Vor-)Entscheidung auf dem Fuß: Zunächst setzte sie sich schön über
halbrechts durch, kam an der Strafraumlinie in eine gute Schussposition,
ihr Schuss ging aber über das Gehäuse. Drei Minuten später wurde sie
etwa am Elfmeterpunkt noch in letzter Minute von Barbara Hupp gestört,
die zur Ecke klärte. Genau diese Ecke brachte aber dann doch das Tor:
Von Josipa Bokanović geschossen und von Yvonne Kleemann
hineingeköpft. Es folgte ein letztes Aufbäumen des PSC, das aber
wirkungslos blieb.
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Fazit
Pulheim war bemüht, die Feldüberlegenheit
der Fortuna mit einer geschlossenen, kampfstarken Mannschaftsleistung zu
kompensieren, zeigte eine gute taktische Disziplin. Von den beiden
Gegentoren war aber insbesondere das 0:1 vermeidbar. Die Mannschaft gab
sich auch nach dem 0:2 nicht auf. Fortuna tat sich schwer gegen einen
tief stehenden, engagierten Gegner, hatte seinen eigenen Laden hinten
aber stets im Griff, so dass Pulheim heute torlos blieb. Der Sieg der
Südstädterinnen war somit verdient. Das Verhalten der Trainer war
vorbildlich, der Schiedsrichter war durch seine Laufarbeit stets auf der
Höhe des Geschehens, so dass die Zuschauer eine intensive, aber sehr
faire Partie mit nur einer gelben Karte sahen.
Aus Sicht der Redaktion wäre aufgrund der
Vorgeschichte im Vorjahr mit dem legendären Anruf des damaligen Trainers
bei der Eilendorfern ("tretet Ihr auch wirklich gege uns an") und
dem daraufhin überraschenden Aus seiner Mannschaft ein Halbfinale gegen
Eilendorf sehr reizvoll gewesen. Dieses kann aber nach der ersten
Pflichtspielniederlage der Aachenerinnen ausgerechnet im
Pokalviertelfinale in Allner-Bödingen aber nicht mehr zu Stande kommen.
Unter den vier verbliebenen Mannschaften
bleibt Alemannia Aachen unser Topfavorit. Auch wenn Merl zu beachten
ist, spricht für Aachen der unserer Meinung nach etwas stärker besetzte
Kader und die besondere Motivation, nachdem Aachen viele Jahre aus
Kostengründen nicht am Pokal teilnahm. Fortuna Köln und SV
Allner-Bödingen sehen wir als Außenseiter. Aber das Außenseiter im Pokal
nicht gleich Verlierer bedeutet, hat Merl im 2009er-Finale gegen
Brauweiler eindrucksvoll unter Beweis gestellt!
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Trainerstimmen
Gästetrainer Hans Schwank sah einen
verdienten Sieg in einer einseitigen Partie. Pulheim stand hinten sehr
kompakt, oft mit bis zu acht Spielerinnen, was es dann sehr schwer
macht, zumal auch seine Mannschaft sehr jung ist, zumal mit Arzu
Karabulut (gesperrt) und Miriam Eickel (verletzt) zwei wichtige
Spielerinnen fehlten. Ein Wunschlos nannte er nicht, "Hauptsache ein
Heimspiel".
Heimtrainer Jörg Pawelczyk zeigte sich mit
dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden, "mehr geht im Augenblick
nicht. Wenn die älteste 21 Jahre alt ist, der Durchschnitt auf dem Platz
bei 18 Jahren liegt, fehlt in vielen Fällen einfach die Erfahrung."
Auch wenn seiner Mannschaft die Durchschlagskraft fehlte sah er eine
Mannshaft mit System und die will, die es der Fortuna schwer gemacht
hat, der aber nach etwa einer Stunde zunehmend die Kraft fehlte, was er
vor allem auf die beruflich bzw. ausbildungstechnisch ausbaufähige
Trainingsbeteiligung und den hohen Krankenstand in seiner Mannschaft
zurückführt.
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Die Fakten
zum Spiel
Pulheimer SC - SC Fortuna Köln 0:2 (0:1)
Pulheim
: 1 Lea Köcher, 2 Barbara Hupp, 3 Svenja Ten Hoeve (C), 4 Pia van
Danwitz, 7 Silke Ohrem (67.: 6 Christina Stupp), 8 Jennifer Schwank, 9
Claudia Eßer, 11 Jolie Hoppe, 13 Lea Oetker, 17 Tatjana Schlömer, 18
- Trainer: Jörg Pawelczyk
Fortuna: 1 Lisa Brenner, 2 Clara
Thaleiser-Schuch, 3 Julia Molitor, 5 Yvonne Kleemann, 7 Josipa Bokanović,
8 Melanie Koschalka (C), 11 Mandana Chatarina-Knopf, 14 Jule Brockerhoff,
16 Funda Hançioğlu (57.: 21 Katharina Pekron), 17 Fiona McCormick (87.:
20 Stefanie Pütz), 19 Neele Hörner (90.+1: 15 Rosalia Spiteri) -
Trainer: Hans Schwank
Zuschauer: 45 im Sportpark
Pulheim (Tennenplatz) an der Carl-Diem-Straße
Schiedsrichter: Stephan Weirich
(Blau-Weiß Hand) mit einer guten Laufarbeit stets auf der Höhe des
Geschehens, unauffällig und ohne nennenswerte Fehler
Tore: 0:1 Melanie Koschalka
(63.), 0:2 Yvonne Kleemann (79.)
Gelbe Karte: Yvonne Kleemann (89.)
Platzverweise: Keine
Torchancen: 1:6 (0:2)
Torschüsse: 6:16 (3:6)
Ecken: 1:4 (1:3)
Abseits: 1:2 (0:0)
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