|
|
|
|
|
|
|
|
Keine Überraschung im Kölner Südstadion
Der UEFA-Pokalsieger aus Duisburg gewann vor über 1.000 Zuschauern souverän mit 4:0
Ausgangssituation I: Der Reiz des Spiels Der Reiz diskussionswürdiger Terminplanungen, ein kritisches Schlusswort
Ausgangssituation I: Der Reiz des Spiels von Michael Kresse und Thomas Arndt Es hätte ein packender Jahresabschluss werden können, FCR-Stürmerin Inka Grings, aktuelle Bundesliga- und WM-Torschützenkönigen sowie ebenfalls führend in der Torjägerliste der laufenden Bundesligasaison gegen ihren Lieblingsverein. Das der FC ihr Lieblingsverein ist, untermauerte sie unter der Woche noch mal in einem Interview ausgerechnet mit dem Geißbock-Echo, in dem sie - obwohl in Duisburg mit eine, Vertrag bis 2012 - kundtat, dass der FC nach einem Bundesligaaufstieg durchaus eine Option für sie wäre. Was Insider schon seit Langem wissen, wissen nun auch 50.000 FC-Mitglieder. Ob es in diesem Zusammenhang nur ein Zufall war, dass Duisburgs Reserve in der 2. Bundesliga bei Bayer Leverkusen, seines Zeichens der ärgste Konkurrent des FC im Unternehmen Aufstieg, deutlich mit 0:5 unter die Räder kam, um dann vor zwei Wochen mit einer deutlich stärker, wenn auch regelkonform stärker besetzen Mannschaft beim FC zu gewinnen, darf deshalb bezweifelt werden. Da aber die Rasenheizung mit zweistelligen Minustemperaturen und Schneefall überfordert war, wurde aus dem spannungsgeladenen Jahresabschluss nun im zweiten Anlauf ein spannungsgeladener Jahresauftakt.
Das Wetter war aber auch jetzt wieder für
eine Verlegung verantwortlich, denn die eigentliche Heimstätte der
FC-Frauen, das Franz-Kremer-Stadion, war wieder nicht bespielbar, so
dass das Duell des ambitionierten Zweitligisten mit der vermeidlich
besten Mannschaft Europas ins Südstadion verlegt werden musste. von Thomas Arndt
Der Rahmen des Spiels stimmte. Zwar waren
es nur ca. 4 Grad Celsius, aber es blieb trocken und der Rasen war in
einem guten Zustand. Unter den 1.028 Zuschauern befanden sich neben den
zahlreichen Fans der Gästemannschaft, die sich lautstark bemerkbar
machten, auch die Verbandsspitze des FVM Alfred Vianden und Ingrid Wüst,
FC-Vizepräsident Friedrich Neukirch sowie der ehemalige Bundesligaspieler und
aktuelle FC-Jugendbetreuer Matthias Scherz. Den DFB-Pokal wurde
vor der Haupttribüne aufgestellt und vom Stadionsprecher Michael Trippel
präsentiert, verbunden mit den entsprechenden Hinweis auf das
Pokalfinale am 15. Mai 2010 im „Rhein-Energie-Stadion“ in
Köln-Müngersdorf. Die Kölner boten alles auf, um dem haushohen Favoriten
ein Bein zu stellen. Die Cheerleader tanzten vor dem Anpfiff und selbst Hennes VIII. sollte den FC-Frauen Glück bringen. Die schon als
heimliches FC-Frauen-Maskottchen gehandelte Shary Reeves präsentierte
aber die Mannschaftsaufstellung der Duisburgerinnen. Vielleicht lag es
daran, dass em Ende doch die favorisierte Gästemannschaft gewonnen
hatte.
von Thomas Arndt
Anscheinend hatte es in der Halbzeitpause
ein Donnerwetter gegeben, denn in der zweiten Hälfte spielten die
Duisburgerinnen endlich so, wie man es von einer Spitzenmannschaft
erwartete. Jetzt kam es des Öfteren zu schönen Kombinationen und das in
er ersten Halbzeit kaum gezeigte Flügelspiel führte letztlich zum
Erfolg. Die Kölner Abwehr wurde immer unsicherer, nur Kölns Torfrau
Wojtasik konnte sich ein um das andere mal auszeichnen. In den
spielendscheidenden 20 Minuten etwa zur Mitte der zweiten Halbzeit kam
es zu einem Duisburger Powerplay. Eingeleitet von einem Kopfball von
Femke Maes in der 58. Minute, der noch knapp über das Tor ging, über
einen Schuss von Linda Bresonik nach Vorlage von Inka Grings kam es dann
zu den beiden Toren in der 64. und 75. Minute, beide wurden mustergültig
vorbereitet von Jennifer Oster über den rechten Flügel.
von Thomas Arndt Ein auch in dieser Höhe verdienter Sieg der Duisburgerinnen, da Sie sich in der zweiten Halbzeit erheblich steigern konnten. Die Kölnerinnen mühten sich redlich und verteidigten zumindest in der ersten Halbzeit erfolgreich, so dass bis zur Pause kein Klassenunterschied sichtbar war. Nach der Pause wurde das Tempo der Duisburgerinnen für die Kölnerinnen dann aber zu schnell.
von Thomas Arndt
Jennifer Oster
von Thomas Arndt
1.FC Köln 1901/1907 - FC Rumeln 2001 Duisburg 0:4 (0:1) Köln: 30 Kathrin Wojtasik (Tor), 3 Romina Frommont, 6 Susanne Kasperczyk, 7 Nicole Bender, 8 Anne Lenz, 9 Frauke Renner, 10 Patricia Hanebeck, 11 Bilgin Defterli (75.: 20 Tugba Tekkal), 13 Charline Hartmann, 15 Sonja Fuss (Capt.), 17 Yvonne Zielinski. Nicht eingesetzt: 22 Sonja Metz (Tor), 2 Jeanette Blömen, 4 Catherine Zaumseil, 16 Lena Schüth, 21 Nina Windmüller, 25 Lena Fehrenbach. Trainer: Klaus Schmischke Duisburg: 1 Ursula Holl (Tor), 3 Anne van Bonn (50.: 4 Marith Prießen), 5 Elena Hauer (60.: 17 Marina Hegering), 6 Jennifer Oster, 8 Annemieke Kiesel (26 Kozue Ando), 9 Inka Grings (Capt.), 10 Linda Bresonik, 11 Simone Laudehr, 13 Annike Krahn, 15 Femke Maes, 25 Alexandra Popp. Nicht eingesetzt: 12 Christina Bellinghoven (Tor), 18 Irini Ioannidou, 19 Eunice Beckmann.Trainerin: Martina Voss-Tecklenburg Zuschauer: 1.028 im Kölner Südstadion Schiedsrichterinnen: Dr. Riem Hussein (TSG Bad Harzburg/Niedersachsen, Kreis Goslar) SRA1: Marija Kurtes (SG Benrath-Hassels/Niederrhein, Kreis Düsseldorf) SRA2: Swinde Wiederhold (VfR Büttgen, FV Niederrhein, Kreis Grevenbroich-Neuss) In einigen Situationen zu kleinlich (z. B. Gelb für Bender), wirkte aber ansonsten sicher und ohne groß aufzufallen bei einer leicht zu leitenden Partie.
Tore: 0:1 Annike Krahn (9.), 0:2 Femke Maes (64.), 0:3 Inka Grings (75.), 0:4 Kozue Ando (86.) Gelbe Karten: Susanne Kasperczyk (20.), Charline Hartmann (30.), Nicole Bender (62., alle Köln) Platzverweise: Keine
Torchancen: 4:12 (3:6)
Der Reiz diskussionswürdiger Terminplanungen, ein kritisches Schlusswort ein kritischer Kommentar von Michael Kresse Mit Hinblick auf den für Kritiker des in Fachkreisen hinter vorgehaltener Hand als "idiotisch" qualifizierten Bundesligaspielplan 2010/11, dürfte der strenge Winter 2009/10 in jedem Fall Wasser auf die Mühlen sein. Damit Silvia Neid genug Zeit hat für die WM-Vorbereitung, muss die nächste Saison schon noch im März 2011 enden. Gut, ein Hallenturnier zu opfern, dass sowieso nur noch quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Magdeburg statt in einer vollen Halle mit entsprechender Atmosphäre wie etwa dem Centro in Oberhausen oder der Westfalenhalle in Dortmund stattfindet, kann man opfern. Aber inwiefern es Sinn macht, den internationale Rahmenterminplans zu ignorieren (Endspiel des UEFA-Women's Cup findet erst im Mai 2011 statt und ein rein deutsches Endspiele hat es hier schon gegeben) sowie die Grundlage für ein wirtschaftliches Überleben der Bundesligavereine ohne Not zu gefährden - bis zu fünf Monate lang in der klimatisch angenehmeren Jahreshälfte keine Pflichtspiele - waren bei der Planung wohl genauso irrelevant. Alles zum Wohle des Frauenfußballs! Nur sind die Wege dahin manchmal freilich unergründlich...
|
Diese Seite ist privat und nicht offiziell, alle Angaben erfolgen daher ohne Gewähr!
| Zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 |
© Michael Kresse, 51061 Köln-Flittard |